Algen

Allgemeines:

Die meisten Menschen assoziieren Algen wahrscheinlich mit etwas negativem, weil sie glitschig sind. Negativschlagzeilen machen sie vor allem in den heissen Sommern, in denen sie sich explosionsartig vermehren und Strände und Seen mit ekligen braunen oder grünen Schichten überziehen.

Aber im Alltag treffen wir überall auf Algen. Sie stecken in Eiscreme, Backwaren, Gelee, Pudding, Käse, (Salat-)Saucen, geschlagenem Rahm, Milchschokolade, Kondensmilch, Sauerrahm, Joghurt, Tiefkühlgerichten und sogar in Medikamenten und Zahnpasta. Auf der Inhaltsstoffliste findet man sie z.B. unter “Agar-Agar” oder “Alginat”

Algen, auch bekannt als Seegras oder Tang, sind eukaryotische Lebewesen, die im Wasser leben und Photosynthese betreiben. Aufgrund des Chlorophylls sind die Algen eigentlich grün, jedoch können sie durch verschiedene Farbpigmente anders aussehen. Deshalb gibt es Grünalgen, Braunalgen, Rotalgen und blaugrüne Algen. Die kleinsten Algen bestehen aus einer einzigen Zelle, während die grössten etwa 100 Meter lang werden können. Forscher gehen davon aus, dass es über 400.00 Algenarten gibt, wobei uns bis heute nur 20% bekannt sind.

Algen sind wahre Überlebenskünstler. Sie besitzen die Fähigkeit, sich an schwierigste Lebensbedingungen anzupassen. Man findet sie deshalb auch in Salzwasser, Süßwasser, auf Steinen, im Erdboden, im arktischen Eis und sogar in Wüsten. Starke Temperaturschwankungen, Wassermangel, starke Sonneneinstrahlung, hohe oder stark schwankende Salzkonzentrationen kompensieren Algen durch spezielle biochemische Mechanismen. Aber man findet sie auch in unseren Badezimmern, Gebäudefassaden und Bäumen befinden. Sogar im Fell von Faultieren sind sie zu finden und verleihen dort dem Tier einen Grünschimmer

Besonders für die Umwelt sind Algen sehr wichtig. Ganz nebenbei sorgen sie auch für die Säuberung der Gewässer und der Luft, denn sie binden das Treibhausgas Kohlendioxid, Phosphor und sogar Schwermetalle.Jedes Jahr wachsen Milliarden Tonnen Algen, die CO2 in O2 umwandeln. Man geht davon aus, dass jedes zweite O2 Molekül in der Atmosphäre von Algen gebildet worden ist.

Kosmetik:

Auch in der Kosmetik schätzt man die Wirkung der Algen. Etwa 500 Arten sind für die Schönheitspflege besonders wichtig und diese werden auch in Aquakulturen gezüchtet. Neben ihrer Fähigkeit zur Photosynthese gewinnen sie durch Osmose auch Nährstoffe wie Vitamine, Spurenelemente, Aminosäuren und Mineralien direkt aus dem Wasser und speichern sie ab. darum haben Algen auch eine hohe Wirkstoffkonzentration: In einem Kilogramm Algen befinden sich so viele Inhaltsstoffe wie in 100.000 Litern Meer­wasser. Deshalb haben sie die höchste Nährstoffdichte aller Pflanzen.

In der Kosmetik werden sie genutzt, weil sie Feuchtigkeit spenden, die Haut straffen und die Durchblutung fördern. Algen besitzen die Fähigkeit, Giftstoffe und Schwermetalle aus dem Wasser zu filtern und nachhaltig abzubauen. Dabei arbeiten sie effektiver als ein industrieller Aktivkohlefilter.

Nahrung:

Auch in vielen Nahrungsergänzungsmitteln findet man Algen. Sie wirken nämlich nicht nur auf der Haut, sondern auch im Körper.

Diese Vitalstoffbomben enthalten sehr viel Eiweiss, Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien. Bei getrockneten Algen machen die Mineralstoffe und Spurenelemente zwischen 7 und 38 Prozent des Gewichts aus. Besonders Kalzium, Magnesium, Eisen, Kalium, Jod, Zink und Selen, die Vitamine A, C und E sowie den B-Vitaminkomplex inklusive Vitamin B12, Niacin und Folsäure sind darin enthalten

Quellen:

https://www.planet-wissen.de/natur/pflanzen/algen/index.html

https://www.biomaris.com/algen

https://bellevue.nzz.ch/mode-beauty/beauty-algen-kosmetik-schoenheit-meer-ld.113563

https://www.avogel.ch/de/ihre-ernaehrung/algen/algen-gesundes-aus-dem-meer.php