Geschichte von Baltrum

Häuptlingszeit

Obwohl es bereits im 1. Jh. n. Chr. Hinweise auf die Existenz der Insel gab, wurde sie erstmals 1398 urkündlich erwähnt. Damals gehörten die Ostfriesischen Inseln der Familie tom Brok, einem mächtigen ostfriesischen Häuptlingsgeschlecht.

Unter der Familie Cirksena

Am 1. Oktober 1464 wurde Ulrich Cirksena, Graf von Ostfriesland, von Friedrich III. in den Reichsgrafenstand erhoben. Nach dieser Grafenwürde entschied sich die Familie Cirksena, ihr Herrschaftsgebiet in Verwaltungseinheiten einzuteilen. Die Insel Baltrum gehörte dem Amt Berum und es wurde ein Inselvogt bestellt. Dieser musste die Angelegenheiten der Insel überwachen und den Landesherren in Aurich bezüglich der Insel Auskunft erteilen.

Ulrich Cirksena, 1408-1466

Im 17. Jahrhundet verlor die Insel Baltrum massiv Land an ihrem Westende. Mit Hilfe einer Kommission wurde 1650 festgestellt, dass die 14 Einwohner der Insel durch das Meer gefährdet waren.

Die Bewohner Baltrums lebten vor allem vom Fischfang und von anderen Tieren im Meer. Dementsprechend zahlten sie ihre Abgaben in Naturalien, unter anderem mit getrockneten Schollen, Vogeleiern und Kaninchen.

1737 wurde ein erstes Inseldorf gebaut, welches jedoch wegen Übersandung aufgegeben wurde. Als neues Dorf entstand etwa 800 m westlich der heutigen Insel das Westdorf und gleichzeitig auf dem anderen Ende der Insel das Ostdorf. Nach einer zerstörerischen Sturmflut im Jahre 1825, welche die Insel in mehrere Teile zeriss, wurde das Westdorf aufgegeben.

Preussische Zeit

Während der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts vervielfältigte sich der Handel zwischen Insulanern und inselfremden Personen. Es wurden Austern gefangen und gezüchtet und für Inselfremde verfrachtet. Neben den Schollen wurde auch Aal, Schellfisch und Kabeljau verkauft und gegessen. Auch Muscheln, besonders Herzmuscheln, wurden von den Bewohnern gefangen und verfrachtet. Durch den Handel hatten sich die Lebensverhältnisse der Insulaner deutlich verbessert.

Karte von Baltrum durch Karl Ludwig Le Coq, 1805 mit Inseldorf

19. Jahrhundert

Im Jahr 1870 wurden die ersten Inselschutzwerke geschaffen. Dabei handelte es sich um Holzpalisaden und halbmassive Deckwerke, welche die Sicherheit auf der Insel stark erhöhten. Zu dieser Zeit entwickelte sich, jedoch nur sehr langsam, der Tourismus und die ersten Hotels wurden eröffnet. 1900 wurden 450 Gäste gezählt. Um den Tourismus zu fördern, wurde der Zugang zur Insel erleichtert, indem ein Motorsegelschiff den Verkehr zwischen Baltrum und dem Festland sicherstellte.

20. Jahrhundert

Baltrum entwickelte sich rasch und zog immer mehr Touristen an. 1936 hatten 5000 Personen die Insel besucht. Sogar bekannte Persönlichkeiten wie Paul Klee hielten sich in Baltrum auf. 1923 malte Paul Klee, während einem dreiwöchigen Aufenthalt, 16 Aquarelle und 3 Zeichnungen. Diese Werke, welche heute als Nordseebilder bekannt sind, gelten als eigene Stilepoche in Klees Werk. Als 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, stürzte der ganze Tourismus zusammen. Nach dem Krieg begann der Wiederaufbau und bereits 1948 wurde das Vorkriegsniveau bezüglich der Gästeanzahl erreicht. 1949 bekam Baltrum die staatliche Anerkennung als Heilbad und 1966 als Nordseeheilbad.

Quellen

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_I._(Ostfriesland) (24.05.19 )
  • https://www.baltrum.de/inselgeschichte/ (24.05.19)
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Baltrum#Geschichte (24.05.19)
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Baltrum#/media/File:Baltrum_1805.jpg (24.05.19)
  • https://www.baltrum.org/geschichte_chronik.php (24.05.19)